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Mostviertler Paradies mit traumhafter Aussicht

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Beim Mostbaron von Greinöd ist die Vielfalt des Mostviertels schmeck- und erlebbar. Ein Rundgang mit Jungbaronin Michaela Reikersdorfer im Familienbetrieb.

Paradiesische Zustände beim Mostbaron
Schließen Sie die Augen (Anm.: erst nach dem Lesen des Textes) und stellen Sie sich Folgendes bildlich vor: Frische Kräuter aus dem eigenen Garten, Honig von den Bienen auf der Streuobstwiese gleich daneben, selbst gedörrtes Obst von den Zwetschken, Äpfeln und Birnen der teilweise 200 Jahre alten Bäume. Dazu noch Most, Säfte und Essig aus eigener Erzeugung und das alte, urige Presshaus umfunktioniert als Heurigen mit traumhafter Aussicht. Was paradiesisch klingt, ist nicht die inszenierte Idylle aus einem kitschigen Film, sondern befindet sich nur ein paar Autominuten oberhalb von Neuhofen an der Ybbs beim Mostbaron von Greinöd. Michaela, die Schwiegertochter des Mostbarons Leopold Reikersdorfer senior ist voll im Betrieb integriert. Ihr Steckenpferd sind die Wildkräuter, für die sie in den letzten beiden Jahren einen eigenen Kräutergarten angelegt hat.

Wo das Pfefferkraut wächst
Die Kräuter, die teilweise von alleine sprießen, teilweise auch hierher gepflanzt wurden, werden alle verwendet. Sei es die Wurzel des Beinwell für Salben, Girsch als Ersatz für Petersilie, Spitzwegerich gegen den Juckreiz nach Bienen- oder Gelsenstichen, Pfefferkraut zum Schärfen oder Schafgabe als Frauentee. „Natürlich darf ein kleiner Naschgarten mit Himbeeren und Brombeeren nicht fehlen“, so Michaela Reikersdorfer. Das Wissen um die Wildkräuter hat sie einerseits vom Schwiegervater, andererseits von einem Kräuterpädagogik-Kurs.

Einmal um die ganze Welt
Beim Rundgang erzählt sie von der Entstehung und der Bedeutung der für das Mostviertel so charakteristischen und bedeutenden Ökosysteme, den Streuobstwiesen. Hauseigene Bienen leisten hier unermüdlich ihre wertvollen Dienste und bestäuben die Baumriesen. Quasi als kostenloses Extra sammeln sie den Honig, den Leopold junior erntet. „Für ein Kilogramm Honig legen die Bienen 50.000 Kilometer Weg zurück - mehr als einmal um die ganze Welt“, erklärt Michaela und sorgt für Staunen.

Die Reikersdorfer Leopolds in ihrem Element
Im Hof geht die Führung weiter. Hier sind Leopold junior und Leopold senior bei der Most- und Essigproduktion ganz in ihrem Element. Essig hat hier einen ganz besonderen Stellenwert und miteinander wurden schon verschiedenste Kreationen geschaffen. Das Angebot reicht vom klassischen Apfelessig über verschiedene Kräuteressige bis zum mehrere Jahre im Birnenfass gelagerten Birnenbalsam. Mittlerweile wird hier in der Greinöd sogar schon mehr Essig als Most produziert. Aber auch der Most „plaudert“ (Anm.: das heißt er gärt) gerade kräftig und wird nach einer Gärzeit von 2 bis 3 Wochen fertig sein.  

Ein Mostviertler Traum endet – nicht
Nachdem der Dörrvorgang erklärt und der riesige Dörrschrank besichtigt wird, endet die Tour schließlich im Verkaufsraum. Hier kann man die Produkte, von deren Herstellung ich in der letzten Stunde erfahren habe, verkosten und kaufen. Auch die verschiedenen Mostbaronprodukte sind hier erhältlich. Nun schließt man nochmals die Augen. Man denkt zurück an den Kräutergarten, die Bienen auf der Streuobstwiese unter den Birnenbäumen, dem selbst gemachten Most und Essig und das getrocknete Obst. Man öffnet die Augen wieder, sieht durch das Fenster auf das alte Presshaus und denkt plötzlich an einen wunderschönen, kitschigen Film mitten im Paradies. Nur dass es echt ist!

 

Hier können Sie Produkte vom Mostbaron von Greinöd bestellen: shop.mostbaron.at

 

Hintergrund:
Im Betrieb der Familie Reikersdorfer (Reikersdorfers Presshausheuriger) arbeiten alle mit. Leopold junior und senior sind für die Most- und Essigproduktion verantwortlich. Maria und Michaela Reikersdorfer backen Brot, dörren Obst und kümmern sich um den Kräutergarten. Gemeinsam betreiben sie auch einen Heurigen im alten Presshaus, wo früher Most gepresst wurde. Seit Neuestem bietet Michaela Kräuter- und Betriebsführungen mit Verkostung an (€ 10,00) und erklärt Gästen alles Wissenswerte zum Betrieb, den Kräutern, der Produktion und der Region.

 

Fotos: Tanzer/Moststraße