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Konstrukteure einer perfekten Bestäubung

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Im Obstgarten von Mostbaron Josef Zeiner spielt es sich ordentlich ab. Und zwar im Luftraum. Wie die Symbiose zwischen Mostbaron und Zeidler im wahrsten Sinne des Wortes Früchte trägt!

Die diesjährige Birnbaumblüte im Mostviertel verlief wie im Bilderbuch. Fast wie beim Start einer Raumfähre wurde der Countdown Anfang April angezählt, bis sich die Knospen schließlich öffneten und die strahlend weißen Blütenblätter die ganze Region verzauberten. Per Birnbaum-Webcam konnte man sogar von der Ferne alles mitverfolgen. Mit dem Aufspringen der Knospen öffnete sich schlagartig auch das kurze, aber wichtige Zeitfenster der Bestäubung. Hier kommen die Bienen ins Spiel, die neben dem Wind einen großen Anteil an der Befruchtung der Birnbäume haben. Um etwas nachzuhelfen, haben sich Zeidler Thomas Pfaffeneder und Mostbaron Josef Zeiner etwas einfallen lassen.

Bestäubung und Honiggewinnung
Josef Zeiner ist einer der Pioniere der Mostszene und bereits seit der Vereinsgründung Mostbaron mit Leib und Seele. Thomas Pfaffeneder kümmert sich mit Leidenschaft um seine Bienen, ist Zeidler und produziert besten Mostviertler Honig. Die beiden machen während der Blüte gemeinsame Sache und stellen Bienenvölker im Obstgarten des Mostbarons auf, die einerseits für gute Bestäubung und andererseits für guten Honig sorgen. Für die Bienen bedeutet das ‚Futter direkt vor der Haustüre‘.

Des einen Freud, des andren Freud
„Für uns sind die Bienen in meinem Obstgarten eine Win-Win-Situation. Für mich als Mostbaron ist es wichtig, dass die Bäume bestäubt werden, damit wir später eine reiche Ernte haben. Als Imker ist für Thomas wichtig, dass die Bienen möglichst nahe Futterquellen haben. Das wirkt sich natürlich auf die Honigausbeute aus“, so Josef Zeiner. Auch im letzten Jahr wollte man schon gemeinsame Sache machen, das Wetter machte aber einen Strich durch die Rechnung. „Die Bienen hatten hier im letzten Jahr nur zwei Flugtage während der Blüte. Das hat die Bestäubung natürlich nur bedingt angekurbelt“, erklärt der Zeidler. Heuer tummeln sich die Bienen in Zeiners Obstgarten, dass es eine Freude ist.

Weniger Ausfall im Winter
Auch das Bienensterben spricht der Zeidler im Obstgarten des Mostbarons kurz an. Europaweit stehen die Bienen seit Längerem im Fokus der medialen Berichterstattung. Viele Bienenvölker kommen im Winter um. Die nach Europa eingeschleppte Varroamilbe, die bei uns keine natürlichen Feinde hat, ist laut Zeidler Thomas Pfaffeneder aber nur ein Faktor, warum die Bienenpopulation abnimmt und ergänzt: „Pestizide sind ein großer Punkt, wenn es um das Bienensterben geht. Die weltweit eingesetzten Neonicotinoide sind erwiesenermaßen mitverantwortlich.“ Das erst kürzlich beschlossene Verbot drei dieser neonicotinoiden Wirkstoffe durch die EU sieht der Imker daher naturgemäß positiv. Erfreulicherweise kamen seine Bienen heuer gut durch den Winter. „Während wir in den letzten Jahren oft bis zu 50% Ausfall hatten, verloren wir heuer nur rund 20% unserer Bienen“, freut sich der Zeidler über die Trendumkehr.

Symbiose, die Früchte trägt
Den Bienen im Obstgarten des Mostbarons geht es jedenfalls gut. Mindestens alle neun Tage kommt Pfaffeneder beim Mostbaron vorbei und kümmert sich um seine Bienen. Und sie haben nach wie vor genug Futter im Obstgarten des Mostbarons, wo es neben Birnen- und Apfelbäumen auch Marillen und viele andere Obstsorten gibt, die unterschiedliche Blütezeiten haben. Die Zusammenarbeit zwischen Mostbaronen und Zeidlern wird fortgesetzt, sind sich die beiden sicher. Im Herbst, so hoffen sie, wird die Symbiose von Mostbaron und Zeidler dann - im wahrsten Sinne des Wortes - Früchte tragen!

 

Links:
Die Zeidler - www.die-zeidler.at

 

FotosTanzer/Moststraße