
Fünf Wege, die von der Zukunft der Streuobstwiesen erzählen
Die Mostbaroninnen und Mostbarone eröffneten ihre neuen Streuobstwiesen-Erlebniswege
Fünf Wege, die von der Zukunft der Streuobstwiesen erzählen
„Hoch lebe die Birne, hoch lebe die Mostkultur!“ – kaum ein Satz bringt besser zum Ausdruck, was die Mostbaroninnen und Mostbarone mit ihren neuen Streuobstwiesen-Erlebniswegen vermitteln möchten.
Am 10. April 2026 war es so weit: Nach intensiver Vorbereitung wurden die fünf neuen Erlebniswege im Mostviertel der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit einer gemeinsamen Präsentation beim Seppelbauer sowie weiteren Eröffnungsstationen am Mostlandhof und bei Reikersdorfer wurde ein Projekt sichtbar, in das viele Ideen, unzählige Arbeitsstunden und vor allem viel Begeisterung für die Mostviertler Kulturlandschaft eingeflossen sind.
Eine Landschaft beginnt zu erzählen
Die mächtigen Mostbirnbäume gehören seit Jahrhunderten zum Mostviertel. Sie prägen die Landschaft, liefern wertvolle Früchte und bieten zahlreichen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum. Für viele Menschen sind sie aber auch mit persönlichen Erinnerungen verbunden: mit der Birnenernte, dem Duft frisch gepressten Saftes, gemeinsamen Stunden im Obstgarten und dem ersten Glas Most aus der neuen Ernte.
Genau diese Geschichten machen die neuen Wege erlebbar. Sie zeigen, dass eine Streuobstwiese weit mehr ist als eine Ansammlung alter Bäume. Sie ist Lebensraum, Arbeitsplatz, Erholungsort, Kulturgut und Grundlage für hochwertige regionale Produkte.
Fünf Wege – fünf besondere Erlebnisse
Jeder der fünf Wege setzt einen eigenen Schwerpunkt und lädt dazu ein, die Streuobstwiese aus einer neuen Perspektive kennenzulernen.
Beim Seppelbauer erfahren die Gäste, wie Obstbäume gepflegt werden und warum ihre Bewirtschaftung für den langfristigen Erhalt der Streuobstwiesen so wichtig ist.
Beim GenussBauernhof Distelberger wird der Weg der Früchte vom Baum bis ins Glas und auf den Tisch sichtbar. Hier treffen Landwirtschaft, Verarbeitung und regionaler Genuss aufeinander.
Bei Reikersdorfer stehen die tierischen Bewohner der Streuobstwiese im Mittelpunkt. Kleine und große Entdeckerinnen und Entdecker lernen, wie viele Arten zwischen Baumkronen, Wiesenblumen und alten Baumhöhlen zu Hause sind.
Am Mostlandhof begleitet Dachs Grimbart Familien und Kinder durch eine abwechslungsreiche Rätselrunde. Spielerisch werden Naturwissen, Bewegung und gemeinsames Entdecken miteinander verbunden.
Beim RelaxResort Kothmühle stehen biologische Vielfalt, bewusste Naturwahrnehmung, Bewegung und Erholung im Mittelpunkt.
Gemeinsam erzählen die fünf Wege eine große Geschichte: die Geschichte einer einzigartigen Kulturlandschaft und der Menschen, die Verantwortung für ihren Erhalt übernehmen.
Wissen, das Freude macht
Die neuen Erlebniswege möchten nicht belehren. Sie möchten neugierig machen.
Entlang der Strecken warten anschauliche Schautafeln, Rätsel, Quizfragen und kleine Entdeckungsaufgaben. Über QR-Codes gelangen die Gäste zu Videos und zusätzlichen digitalen Inhalten. So können Kinder, Familien, Schulklassen und Erwachsene selbst entscheiden, wie tief sie in die Welt der Streuobstwiesen eintauchen möchten.
Ein besonderes Anliegen war den Mostbaroninnen und Mostbaronen, dass die Wege auch ohne Mobiltelefon vollständig erlebt werden können. Die digitale Anwendung ergänzt das Naturerlebnis, sie ersetzt es nicht.
Denn am Ende geht es darum, den Blick zu heben, den Wind in den Baumkronen zu hören, Tiere und Pflanzen zu entdecken und die Landschaft bewusst wahrzunehmen.
Ein gemeinsames Zeichen für die Mostbirne
Die Eröffnung war nicht nur der Abschluss einer langen Entwicklungsarbeit. Sie war auch ein gemeinsames Bekenntnis zur Zukunft der Mostviertler Streuobstwiesen.
Die Mostbaroninnen und Mostbarone zeigen mit diesem Projekt, dass Tradition und Innovation zusammengehören. Altes Wissen wird bewahrt und gleichzeitig zeitgemäß vermittelt. Naturerlebnis, regionale Produkte, Tourismus und Bewusstseinsbildung werden zu einem gemeinsamen Angebot verbunden.
Begleitet wurde die Eröffnung auch von der Präsentation neuer alkoholfreier Angebote rund um die Mostbirne. Damit wurde sichtbar, wie vielfältig die Früchte der Streuobstwiesen genutzt und für neue Generationen weiterentwickelt werden können.
Die ersten Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher waren sehr erfreulich. Sie zeigen, dass die Freude an der Streuobstwiese ansteckend ist.
Jetzt selbst auf Entdeckungsreise gehen
Die fünf Wege laden dazu ein, das Mostviertel Schritt für Schritt neu kennenzulernen. Sie sind frei begehbar und eignen sich für Familien, Gruppen und Individualgäste. Für Gruppen können der Rundgang, fachliche Informationen und eine Verkostung regionaler Produkte miteinander kombiniert werden.
Wer sich auf den Weg macht, nimmt mehr mit als Wissen über Bäume und Birnen: einen neuen Blick auf eine Landschaft, die seit Generationen gepflegt wird und die auch für kommende Generationen lebendig bleiben soll.
Das LEADER-Projekt „Mostbaroninnen und Mostbarone schützen die Streuobstwiese“ wird durch die Europäische Union, den Bund und das Land Niederösterreich unterstützt.
Copyright Fotos Angela Reinprecht, Fotos Mostlandhof Unsplash



