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Hinter den Kulissen: Die Mostbarone als Bauern

Beitrag vom Hinter den Kulissen: Die Mostbarone als Bauern

Rückbesinnung auf unsere Wurzeln, Landwirtschaftspioniere vor den Vorhang

Obwohl der Bauernstand mittlerweile weniger als 3 % der Bevölkerung ausmacht, ist der Bezug der Österreicherinnen und Österreicher zur Landwirtschaft nach wie vor ein hochemotionaler. Fast jede und jeder von uns hat Großeltern oder zumindest Urgroßeltern, die von einem bäuerlichen Betrieb stammen. Menschen, die von klein auf harte Arbeit lernten, durch ihre Vielseitigkeit aber vor allem auch in Krisenzeiten umso unabhängiger waren.

Und als ich dann so über uns Mostbarone nachgedacht habe, habe ich festgestellt, dass tatsächlich jede einzelne Mostbaronin und jeder einzelne Mostbaron Bäuerin und Bauer ist. Und welch´ Vielseitige noch dazu!

Hinter den Kulissen der Mostbarone

Gafringwirt und Seppelbauer kümmern sich um eine Schafherde – etwas mittlerweile sehr selten Gewordenes im Mostviertel und generell in Österreich. Die Hauers sind sowieso extreme Vorreiter mit ihrem komplett neuen und modernen Kuh- und Schweinestall über dem man sein Heurigenessen durch ein Schaufenster genießen kann. Sie halten nicht nur irgendwelche Kühe, sondern Ennstaler Bergschecken, lebhafte, genügsame aber widerstandsfähige Rinder. Ganz aktuell gibts beim Hauer auch Wildschafe, kleine Pippihenderl und Ferkerl am Hof. Auch Familie Zeilinger kümmert sich um ein paar Schweine und kann sich so und den Heurigen selbst versorgen.

Beim Wieser in Randegg spazieren die Milchkühe durch die Streuobstwiese und sorgen so für gemähtes Gras und Düngung zugleich. Die Farthofers bauen Emmer und andere Urgetreidesorten an, am Steinschalerhof werden ganz viele verschiedene Kräuter kultiviert. Und diese Liste ließe sich noch um einiges weiterführen.

Mit Leib und Seele für die Birne

Was alle Mostbarone gemeinsam haben, ist, dass sie sich zusätzlich einem ganz besonderen Nischenprodukt gewidmet haben: Der Birne. Und so wird im Herbst fleißig Obst geklaubt, gepresst, eingemorscht und zu Most und Schnäpsen veredelt. Die hunderte Jahre alten Birnbäume mit ihrer Blüte zeigen uns dieser Tage, dass sie wahrlich Landschaftsgestalter sind. Und auch wenn die Heurigen und Hotels zur Zeit ruhen, werden die landwirtschaftlichen Produkte, die die Mostbarone produzieren, immer aktuell sein. Der Mensch ist, was er isst.

In brisanteren Zeiten, wie unsere gerade sind, wird der Bauer mehr denn je zum Grundversorger. Wir besinnen uns auf unsere Wurzeln, auf die Landwirtschaft. Und trinken vielleicht das ein oder andere Stamperl auf den Schock, oder ein Glas Most. G´sundheit, soits leben!

Autorin: Elisabeth Scheiblauer

Bilder: (c) Mostbarone